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"Schwedenbecher"

Wie aus Schwedenstühlen und Eisbechern "Schwedenbecher" werden könnten ...

Bei der Beräumung des alten Schulgebäudes blieben nicht nur kaputte Möbel, ausrangierte Schreibtische und Stühle zurück, sondern auch Holz unterschiedlicher Längen und Arten. Im neuen Werk- und Lehrmittelraum war dafür kein Platz, zum Entsorgen war es zu schade. Denis Herrmann, Lehrer in der Werkstufe der Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, suchte mit den Schülerinnen und Schülern einen neuen Verwendungszweck.

Ein Besuch der Werkstatt im Pater-Kolbe-Hof in Schlegel lieferte interessante Einblicke, Begegnungen und Anregungen zu einem besonderen Sitzmöbel für jeden Schüler der Gruppe. Vorbereitend wurden Erhebungen zu benötigtem Material (Holz, Schrauben ...) und Werkzeug gemacht. Dann wurde zugeschnitten, geglättet, geölt, gebohrt. In unterschiedlicher Gruppenzusammensetzung wurden die Sitzmöbel montiert. Am Ende saß jeder Schüler, jede Schülerin auf seinem und ihrem ganz persönlichen Stuhl – einem sogenannten Schwedenstuhl. Die Schüler fanden die Stühle nicht nur praktisch, sondern super bequem; nun fehlte zum "großen Glück" nur noch ein leckerer Eisbecher. Den wollten sie natürlich gemeinsam essen, doch das kostet extra und die Klassenkasse ist leer. Eine weiterführende Idee musste her: 

Die Stühle sind so toll, die könnten auch anderen gefallen. Ein hübsches Bild, ein paar Details zum Gebrauch und eine Preisangabe, welche Material- und Eiskosten abdeckt, und schon hing das Angebot im Lehrerzimmer.

Heute stehen die zehn bestellten Schwedenstühle fertig montiert und zur Abholung bereit im Werkraum. Und die ersehnten Eisbecher sind nach getaner Arbeit zum Greifen nah, vielleicht wird es ja ein Schwedenbecher ...

Das gemeinsame Herantasten an Ideen, die Schritte der Vorbereitung und schließlich die Umsetzung sollen auf das selbstständige Leben nach der Schule vorbereiten. Die Jugendlichen helfen sich dabei gegenseitig, lernen Arbeit und Qualität wertschätzen.

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